Mehmet Kubaşık

Mehmet Kubaşık wurde am 1. Mai 1966 in der Türkei geboren. Er arbeitete im Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters. Gegen den Willen seiner Eltern heiratete er seine Jugendliebe Elif. 1986 kam die Tochter Gamze auf die Welt. 1991 floh die Familie nach Deutschland, da sie als kurdische Aleviten politisch verfolgt wurden.

Zwei Jahre lang, bis ihr Antrag auf Asyl genehmigt wurde, lebte die Familie Kubaşık in einer Unterkunft für Geflüchtete. Es wurden noch zwei Söhne geboren und 2003 nahm die ganze Familie die deutsche Staatsbürgerschaft an. Bis zu seinem Schlaganfall arbeitete Mehmet Kubaşık als Hilfs- und Bauarbeiter. Anschließend machte er sich mit einem Kiosk in Dortmund selbstständig. Dort arbeitete seine ganze Familie mit.

Am Mittag des 4. April 2006 wurde Mehmet Kubaşık hinter seinem Kiosktresen erschossen aufgefunden. Die polizeilichen Ermittlungen reduzierten sich zunächst auf das familiäre Umfeld. Da diese Vorwürfe sich als nicht stichhaltig erwiesen, ermittelte die Polizei anschließend gegen kurdische Organisationen. Die Familie Kubaşık und ihr unmittelbares Umfeld wurden über Jahre verdächtigt. Dass es sich bei der Tat um rechtsgerichteten Terror handelte, wurde bis zur Selbstenttarnung des NSU im November 2011 nicht in Erwägung gezogen. Mehmet Kubaşık wird als achtes Opfer ihrer Mordserie gezählt.

Kurzbeschreibung VR/SchülerInnen

Obwohl er voller Produkte ist, sieht der Kiosk steril und leer aus. Kein Produkt ist gekennzeichnet, alle Exemplare sind schlicht weiß. Mehmet Kubaşıks Kiosk war sein Lebensmittelpunkt. So steigt aus den Regalen ein bunter Schmetterlingsschwarm auf.

Mehmet Kubaşık was born in Turkey on 1 May 1966. He worked on his father’s farm. Against his parents’ wishes he married his first love, Elif. In 1986, their daughter, Gamze, was born. In 1991, to escape their political persecution as Kurdish Alevis, the young family sought refuge in Germany.

For the two years until their asylum application was granted, the Kubaşıks lived in a refugee shelter. Two sons were born and in 2003 all the family acquired German citizenship. Until he suffered a stroke, Mehmet Kubaşık worked as a handyman and construction worker. Finally, he opted for self-employment, opening a kiosk in Dortmund, in which the whole family helped out.

At midday on 4 April 2006, Mehmet Kubaşık was found dead: shot down behind the counter of his kiosk. The police initially put the crime down to a feud with someone known to the victim. When this suspicion proved unfounded, the police began investigating Kurdish organizations. The Kubaşık family and their immediate circle remained under suspicion for years. That this might be a case of right-wing terrorism was not considered—until the neo-Nazi “National Socialist Underground” (NSU) exposed itself in November 2011. Mehmet Kubaşık was the eighth victim in the NSU series of murders.

Short description VR/Students

Although full of products, the kiosk looks sterile and vacant. All of the samples are in white, without brand markings. Mehmet Kubaşık’s kiosk was his lifeblood. Which is why now a swarm of colorful butterflies rises from its shelves.