Ahmet Sarlak

Ahmet Sarlak wurde 1983 als Sohn türkischer Migranten im saarländischen Sulzbach geboren. Er absolvierte die örtliche Schule und begann danach eine Ausbildung.

Am 9. August 2002 besuchte er mit ein paar Freunden ein jährlich vor Ort stattfindendes traditionelles Volksfest. Auf diesem Fest gerieten er und seine Freunde in eine Auseinandersetzung mit stadtbekannten Neonazis. Carlos Neu attackierte Ahmet Sarlak mit einem Messer und stach ihm mehrere Male in Brust und Bauch. Daraufhin ergriff er die Flucht. Ahmet Sarlak erlag am darauffolgenden Tag seinen Verletzungen.

Carlos Neu war kein Unbekannter im Sulzbachtal: Die Polizei verdächtigte ihn wenige Monate zuvor, mit einer Gaspistole in ein überwiegend von MigrantInnen besuchtes Café geschossen zu haben. Auf der Suche nach dem Täter fand die Polizei in seiner Wohnung Waffen und Hakenkreuzfahnen. Carlos Neu, den mehrere Besucher des Volksfestes eindeutig identifiziert hatten, wurde festgenommen.

Vor Gericht erhielt der Umstand, dass es sich bei dem Täter um einen Mann mit rechtsextremer Gesinnung und um eine rassistisch motivierte Tat handelte keine Beachtung. Das Gericht deutete den Fall als Schlägerei unter Jugendlichen und sah „keinen Hinweis auf ausländerfeindliche Motive“. Carlos Neu wurde zu sechs Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Im Urteil heißt es: „Was den Angeklagten zu seiner Tat veranlasst hat, weiß nur er selbst.“ Nach der Urteilsverkündung brachen im Gerichtssaal Tumulte aus, der Saal musste geräumt werden.

Kurzbeschreibung VR/SchülerInnen

Der Kirchplatz, auf dem das Straßenfest stattfand, war Teil des Tatortes. Graue Säulen beginnen, die Beobachter zu umkreisen – sie schlagen bedrohlich aus, wachsen immer höher und werden mächtiger. Nach ihrem plötzlichen Verschwinden wird der Ort wieder von Leere dominiert.

Ahmet Sarlak was born in Sulzbach, Saarland, in 1983, to Turkish immigrants. He was educated at a local school and then began an apprenticeship.

On 9 August 2002, he and a few friends visited a local annual folk festival. They got into an altercation there with men known to be neo-Nazis. Carlos Neu attacked Ahmet Sarlak with a knife, stabbing him several times in the chest and stomach. He then fled. The 19-year-old Ahmet Sarlak died of his injuries the following day.

Carlos Neu was not unknown in the Sulzbach Valley area: the police suspected him of having fired a gas pistol, a few months earlier, into a cafe mainly frequented by immigrants. In the course of its inquiries, the police now found weapons and swastika flags at his home. Carlos Neu, whom several visitors to the festival had clearly identified, was arrested.

The court ignored the fact that the offender was a man with extreme right-wing views, and his crime therefore very likely motivated by racial hatred. Rather, it classified the case as a brawl among young people and saw “no indication of xenophobic motives.” Carlos Neu was sentenced to six years imprisonment for manslaughter. The judge remarked: “The defendant alone knows what led to his crime.” The verdict caused an uproar in the courtroom; the public gallery had to be cleared.

Short description VR/Students

The church square where the street party took place was the scene of the crime in part. Grey columns begin to circle around the onlookers: veering and swinging dangerously, they grow ever higher and more powerful. After they suddenly disappear, a sheer void predominates once again.