Andreas Oertel

Andreas Oertel wurde 1963 geboren und wuchs in Halle (Saale) auf. Aufgrund des frühen Todes seiner Eltern lebte er lange Zeit betreut in einem Wohnheim. Im Alter von 34 Jahren, konnte er endlich in eine eigene Wohnung ziehen. Über 10 Jahre arbeitete Andreas Oertel in einer Holzwerkstatt.

Menschen, die ihn kannten, beschreiben ihn als freundlich, zurückhaltend und auch etwas leichtgläubig. Seine Leidenschaft galt dem Theater. Er versuchte, keine Vorstellung des „Neuen Theaters“ in Halle zu verpassen. Viele Mitglieder des Ensembles schätzten ihn als treuen Begleiter und Kritiker. Andreas Oertel lebte bekennend homosexuell.

Am 21. März 2003 drang eine Gruppe rechtsradikaler Personen in Andreas Oertels Wohnung ein und bezichtigte ihn der Kindesmisshandlung. Über zwei Tage lang wurde er wiederholt von unterschiedlichen Personen in seiner Wohnung aufgesucht, misshandelt und ausgeraubt. Andreas Oertel starb in Folge der massiven körperlichen Verletzungen, die ihm zugefügt wurden.

Die Täter prahlten öffentlich mit ihrer „Bestrafungsaktion“ und wurden festgenommen. Vor Gericht gaben sie an, Andreas Oertel unter anderem wegen seiner Homosexualität bestraft haben zu wollen. Sie wurden wegen Raubes mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung zu unterschiedlich hohen Haftstrafen verurteilt.

Kurzbeschreibung VR/SchülerInnen

Der von Scheinwerferlicht angestrahlte Sessel symbolisiert das Fehlen von Andreas Oertel. Er ging gerne und regelmäßig ins Theater. Stellvertretend für die Schauspieler_innen stehen nun wir, die Betrachtenden, auf der Bühne – und blicken in Gedenken an ihm auf den leeren Sitzplatz.

Andreas Oertel was born in 1963 and grew up in Halle an der Saale (in former East Germany). Due to the early death of his parents, he lived for a long time in a home. At the age of 34, he was finally able to move into his own apartment. For over ten years, Andreas Oertel worked in a carpentry workshop.

People who knew him describe him as friendly, reserved, and also a bit gullible. His passion was the theater. He tried not to miss any performance at the “New Theater” in Halle. Many members of the ensemble valued him as a faithful companion and critic. Andreas Oertel lived openly as a homosexual.

On March 21 2003, a group of right-wing extremists invaded Andreas Oertel’s home and accused him of child molestation. Over the next two days, they and a number of other people turned up repeatedly at his home to abuse and rob him. Andreas Oertel died as a result of the massive physical injuries inflicted on him.

Having boasted publicly about their “punishment,” the culprits were arrested. In court, they stated that they had wanted to punish Andreas Oertel, among other things for his homosexuality. They were found guilty of robbery resulting in death and of grievous bodily harm, and sentenced to prison terms of varying duration.

Short description VR/Students

The theater seat in the spotlight symbolizes Andreas Oertel’s absence. He was a regular and enthusiastic theatergoer. Now we stand on stage, in place of the ensemble actors – and gaze in memory of him at the vacant spot.