Marwa El-Sherbini

Marwa El-Sherbini wurde am 7. Oktober 1977 in Ägypten geboren. Sie arbeitete als Pharmazeutin und spielte eine Zeitlang erfolgreich in der ägyptischen Handballnationalmannschaft.

2005 folgte sie ihrem Mann Elwy Ali Okaz nach Bremen, der für ein Masterstudium in Molekularbiologie nach Bremen kam. Kurz darauf wurde ihr Sohn Mustafa geboren. Aus beruflichen Gründen zog die Familie nach Dresden, wo Marwa El-Sherbini dann als Apothekerin arbeitete.

2008 wurde Marwa El-Sherbini von Alex Wiens auf einem Dresdener Spielplatz als „Islamistin”, Terroristin“ und „Schlampe“ beschimpft. Ohne zu zögern zeigte sie ihn bei der Polizei an. Alex Wiens wurde daraufhin zu einer Geldstrafe verurteilt. Gegen diesen Strafbefehl legte der damals 28-jährige Wiens Einspruch ein. Es kam zu einer Gerichtsverhandlung zu der Marwa El-Sherbini als Zeugin geladen wurde. Sie war zu diesem Zeitpunkt das zweite Mal schwanger und erschien gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn. Während der Verhandlung gab Wiens wiederholt abfällige und rassistische Bemerkungen von sich. Als Marwa El-Sherbini nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte, griff Wiens sie an und tötete sie mit 18 Messerstichen. Ihr zur Hilfe eilender Mann wurde mit drei Messerstichen lebensgefährlich verletzt – dies alles vor den Augen des dreijährigen Sohnes.

Alex Wiens wurde im Jahr 2009 wegen Mord und versuchtem Mord zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft stufte die Tat als „extrem ausländerfeindlich“ motiviert ein. Marwa El-Sherbinis Leichnam wurde nach Ägypten überführt und einen Tag darauf beigesetzt. Ihre Ermordung sorgte für internationale Aufmerksamkeit.

Kurzbeschreibung VR/SchülerInnen

Als der Gerichtssaal in dem Marwa El-Sherbini ermordet wird, zusammenbricht, wird auch die Justitia, die „Göttin der Gerechtigkeit“, beschädigt. Wie kann es sein, dass inmitten einer Verhandlung die Hauptzeugin durch den Angeklagten ermordet wird?

Marwa El-Sherbini was born in Egypt on 7 October 1977. She worked as a pharmacist and for a time played successfully in Egypt’s national handball team.

In 2005, she travelled to Bremen to join her husband, Elwy Ali Okaz, who had moved there to do a Master’s degree in molecular biology. Soon afterwards their son, Mustafa, was born. For professional reasons, the family then moved to Dresden, where Marwa El-Sherbini worked as a pharmacist.

In 2008, Marwa El-Sherbini was insulted by Alex Wiens on a Dresden playground as an “Islamist,” a “terrorist,” and a “bitch.” Without hesitation, she reported him to the police. Alex Wiens, age 28 at the time, was sentenced to a fine. He lodged an appeal against the sentence. A lawsuit followed, to which Marwa El-Sherbini was summoned as a witness. She appeared in court, now pregnant for a second time, with her husband and son.

During the trial, Wiens repeatedly made derogatory and racist remarks. When, after giving her testimony, Marwa El-Sherbini made to leave the courtroom, Wiens attacked and killed her with eighteen stab wounds. Her husband, who rushed to her aid, was critically wounded with three knife wounds—all this in full view of their 3-year-old son.

In 2009, Alex Wiens was convicted to life imprisonment for murder and attempted murder. The prosecutor’s office declared the act was motivated by “extreme xenophobia.” Marwa El-Sherbini’s mortal remains were transferred to Egypt then buried the following day. Her murder prompted international outrage.

Short description VR/Students

When the courtroom where Marwa El-Sherbini was murdered falls apart, Justitia, the goddess of justice, is damaged too. How can it be that, during a trial, the key witness is murdered by the accused?